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Das Geheimnis deines Höheren Selbst? Es ist gar keins!

  • Autorenbild: Jutta Baur
    Jutta Baur
  • 28. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Feb.

Du wachst auf, erledigst deine Aufgaben, arbeitest, sprichst mit Menschen. Alles läuft so, wie es soll. Doch wenn der Trubel des Tages abebbt, bleibt etwas zurück, das sich nicht richtig anfühlt. Es ist keine große Leere, eher ein unbestimmtes Drücken. Du kannst es nicht benennen. Ein Gedanke schleicht sich ein: „Ist es das? Mein Leben? Wofür mache ich das alles eigentlich?“ Und bevor du eine Antwort findest, beginnt wieder ein neuer Tag.


Das Höhere Selbst zeigt sich in den leisen Augenblicken.
Das Höhere Selbst zeigt sich in den leisen Augenblicken.

Ich habe das selbst erlebt. Alles läuft gut, aber dennoch bleibt etwas leer. Momente, in denen ich mich frage: „Bin das wirklich ich oder bin ich nur dabei, es abzuarbeiten?“ Genau dann merke ich, wie wichtig mein Höheres Selbst ist. Es ist dieser innere Kern, der nicht funktioniert, sondern fühlt. Der weiß, was wirklich zählt, auch wenn ich es kurz vergessen habe.


Möglicherweise denkst du jetzt: „Klingt schön, aber was genau ist dieses Höhere Selbst?“


Es fühlt sich an wie eine leise, ehrliche Stimme in mir, die auftaucht, wenn ich still werde. Kein großes Drama, sondern etwas, das schon immer da war. Dieser Teil von mir bleibt echt. Egal wie laut das Leben ist oder was andere von mir erwarten. Vielleicht macht ihn das gerade so kostbar.


Abstrakt? Lass‘ mich dir ein Beispiel geben:


Stell dir vor, du hast einen Konflikt mit jemandem. Dein Kopf ist voll mit Vorwürfen, Reaktionen und möglichen Antworten, die du der Person entgegenschleudern könntest.


Doch da ist auch dieser Moment, in dem du spürst, dass all das nicht der Punkt ist. Tief in dir weißt du, dass es nicht darum geht zu gewinnen, sondern ehrlich zu sein – mit dir selbst und der anderen Person. Genau so spricht das Höhere Selbst.


Hast du schon mal gespürt, dass du etwas tun musst? Obwohl es schwer zu erklären war? Vielleicht eine Chance, die du einfach ergreifen wolltest oder ein Weg, den du verlassen musstest, weil er sich nicht mehr richtig anfühlte.


Das ist für mich die Stimme des Höheren Selbst. Sie geht tiefer als Intuition, die oft impulsiv ist und aus einem Gefühl der Situation heraus entsteht. Das Höhere Selbst hingegen ist ruhiger, klarer. Es hat eine Weisheit, die in dir schlummert und einfach weiß, was wahr für dich ist.


Es ist auch anders als dein Ego. Das will immer mehr: Kontrolle, Erfolg, Bedeutung. Es misst deinen Wert daran, was andere sehen, was du erreichst, was du „bist“.



Eine Frau zeigt auf sich, um das Höhere Selbst zu spüren
Dein Höheres Selbst sucht nicht nach Bestätigung. Es kennt deinen Wert – ganz ohne äußeren Applaus.

Verstehe mich bitte richtig: 


Das Ego hat oft einen schlechten Ruf. Trotzdem hat es seinen Platz. Es schützt dich im Alltag, organisiert und hilft dir, dich in der Welt zurechtzufinden. Während das Ego dir sagt, wie du wirken solltest, erinnert dich dein Höheres Selbst daran, wer du bist. Beide haben ihre Aufgabe. Nur eines bringt dich jedoch in Kontakt mit deinem innersten Kern. Und das ist das höhere Selbst.


Wie verbinde ich mich mit meinem Höheren Selbst? Hör mal auf die leisen Töne.

Dein Höheres Selbst ist nicht das, was du „mal entdecken“ könntest. Es ist nicht irgendwo weit weg, sondern der unsichtbare Fluss unter der Oberfläche, der dich durch alle Hochs und Tiefs trägt. Dieser Anteil von dir braucht keine Rituale oder komplizierten Praktiken, um sich bemerkbar zu machen – nur deinen Mut, die lauten Gedanken für einen Moment ruhen zu lassen.


Hör mal auf die leisen Töne: Sie verstecken sich in den Zwischenräumen, in den Fragen, die du nicht laut stellst und den Antworten, die du tief in dir schon kennst. Wenn du dir erlaubst zu lauschen, wirst du merken, dass du dich nie wirklich entfernt hast.


Eine Frau hält die Hand ans Ohr um ihrem Höheren Selbst zu lauschen
Was, wenn die wichtigste Stimme in dir die leiseste ist?

Aber wie genau?


Wo Du wirklich Du bist

Ich würde das am ehesten mit „zu Hause sein“ beschreiben. Es ist schwer in Worte zu fassen. Aber du erkennst es sofort, wenn es da ist. Es zeigt sich im Kleinen, im Stillen. Vielleicht, wenn du etwas tust, das dir so vertraut ist, dass die Welt um dich herum fast verschwindet. Oder wenn du an einem Ort bist, der sich einfach richtig anfühlt. Ohne Erklärung, warum es so ist. In diesen Augenblicken ist dein Höheres Selbst ganz präsent, leise und unaufdringlich. Du merkst, es geht nicht um große Gesten, sondern um die schlichte, warme Gewissheit: Hier bist du richtig. Hier darfst Du einfach Du sein.



Eine Frau öffnet die Hände und ist bereit fürs loslassen


Wenn Loslassen plötzlich besser funktioniert als Festhalten

Manchmal geschieht es einfach: Eine innere Anspannung, die dich lange begleitet hat, fällt plötzlich ab. Du merkst, dass du nicht länger an einem bestimmten Ergebnis hängen musst. Da ist auf einmal dieses beruhigende Gefühl, dass alles genau so kommen wird, wie es soll und dass das gut ist.


Dein Höheres Selbst schenkt dir in diesen Momenten die Klarheit, dass das Leben seinen Weg findet. Auch ohne dein ständiges Eingreifen. Diese Sicherheit fühlt sich an wie ein tiefes Durchatmen, wie das Wissen, dass du nicht alles alleine tragen musst. Solche Erfahrungen sind nicht nur wunderschön, sie tragen auch deine innere Weisheit ans Licht. Dein Höheres Selbst zeigt dir, wie alles viel einfacher geht – wenn es tatsächlich gut für dich ist.


Oder ganz praktisch:


Finde dein „Ja“ und „Nein“

Nimm dir eine Situation oder Entscheidung, die dich gerade beschäftigt. Schließe die Augen und stelle dir vor, du sagst „Ja“ zu dieser Sache. Spüre, wie dein Körper darauf reagiert. Fühlst du dich leicht oder angespannt? Dann stelle dir vor, du sagst „Nein“ und spüre den Unterschied. Dein Körper gibt dir oft die Antwort, die dein höheres Selbst längst kennt.

 

Am Ende bleibt die Frage: Wie oft erlaubst du dir, wirklich du selbst zu sein? Dein Höheres Selbst kennt keine falschen Fassaden oder unnötigen Umwege. Es erinnert dich daran, dass du immer wieder zu dir selbst zurückfinden kannst. Und jedes Mal, wenn du dieses leise „Ja, das bin ich“ spürst, begegnest du ihm: vielleicht kurz, aber intensiv und absolut echt.


Herzlichst

Jutta



 
 
 

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