Rückwärts zur Erkenntnis? Der rätselhafte Fund aus dem Kloster St. Inversum
- Jutta Baur

- 29. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Aug.
Spiritualität – da denkt man, man hätte schon so einiges gehört. Und dann kommt ein Artikel aus der Zeitschrift „Verkehrt & Erleuchtet – Quartalszeitschrift für alternative Erkenntniswege“ daher und wirft alles über den Haufen. Nein, wirklich. Wortwörtlich. Weil es von wirklich unglaublicher Brisanz ist, möchte ich euch gerne daran teilhaben lassen.
Denn was ein Forschungsteam im Januar im Kloster St. Inversum entdeckt hat, lässt selbst abgeklärte Mystik-Liebhaber einmal kurz rückwärts durchatmen. Das kleine Kloster oberhalb von Lindelwangen in Süddeutschland ist ohnehin ein Geheimtipp für Experten mittelalterlicher Handschriften. Vieles dort liegt noch unentdeckt, sauber katalogisiert, ist aber nur teilweise entschlüsselt. Eine Art spirituelles Bücher-Wunderland im Wartestand.

Die Gruppe um den Paläographen und Neurolinguisten Prof. Dr. Franz-Gabriel Schraffur stieß auf ein Pergament, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkte. Kein Schmuckrand, keine Miniatur. Nur ein feines, handgeschriebenes Manuskript. Wahrscheinlich aus dem späten 13. Jahrhundert.
Doch schon nach wenigen Zeilen war klar: Hier stimmte etwas nicht.
Ein Text wie im Spiegel
Zwar war die Sprache korrektes Latein. Aber die Anordnung schien verkehrt. Was da geschrieben stand, ergab vorne wie hinten wenig Sinn. Oder eben nur hinten. Denn die Wörter sind rückwärts geschrieben. Nicht nur in der Buchstabenfolge, sondern offenbar auch in ihrer klanglichen Struktur. Wort für Wort, Silbe für Silbe, als hätte jemand sie absichtlich gespiegelt. Ein reiner Abschreibfehler durch den Verfasser scheint ausgeschlossen.
Aus dem bekannten liturgischen Fiat Lux wurde Xul taif , aus Pax Vobiscum ein geheimnisvoll hallendes Mucsibov xap . Und In Spiritus Veritas verwandelte sich in ein lautmalerisches Echo aus einer anderen Welt: Satairev sutirips ni.
Die erste Reaktion war Faszination. Dann kam Ratlosigkeit. Und schließlich der Versuch, dieser umgekehrten Logik auf die Spur zu kommen.
Schon beim Aussprechen veränderte sich etwas. Es klang fremd, fast albern und gerade das scheint der Punkt zu sein. Man muss sich von dem lösen, was man glaubt zu wissen. Und das, so meint Schraffur, sei die eigentliche Schwelle zur Erkenntnis.

Eine Theorie, die fasziniert – und verwirrt
Im vorläufigen Bericht an das Institut für angewandte Textumkehr beschreibt Prof. Dr. Schraffur den Fund als „ein dokumentiertes Beispiel inverser Sprachmagie mit potenziell neuropsychologischer Tiefenwirkung.“ Er ist überzeugt: Diese Schreibweise war kein Zufall, sondern folgte einer klaren spirituellen Absicht.
„Rückwärts gesprochene lateinische Mantras aktivieren spiegelverkehrte neuronale Felder im Temporallappen“, erklärte er, „Besonders in der rechten Hemisphäre, dort, wo sprachliche Intuition und spirituelle Resonanz zusammentreffen.“
Seiner Theorie nach erzeugte das Rückwärtssprechen einen inneren Widerspruch, eine leichte geistige Verwirrung, die jedoch nicht behindernd, sondern erkenntnisfördernd wirken kann. Die Wörter entziehen sich der automatischen Bedeutung und eröffnen gerade dadurch neue Räume der Wahrnehmung.
Was wie ein fehlerhaftes Ritual wirkte, könnte in Wahrheit der Schlüssel zu einer spirituellen Praxis sein, die gezielt mit Umkehr, Irritation und geistiger Reibung arbeitet.

Du möchtest es ausprobieren?
Wenn du Lust hast, das selbst zu erleben: Hier kleine, praktische Anleitungen. Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur ein Handy, ein bisschen Neugier und die Bereitschaft, kurzzeitig alles in Frage zu stellen:
Die klassische Umkehrprobe
Wähle ein kurzes lateinisches Mantra, z. B. Veritas Lux Mea
Sprich es auf dein Handy.
Nutze eine Rückwärts-App (die kostenlosen Varianten reichen völlig) und spiele es umgekehrt ab
Höre dir die Aufnahme mindestens fünfmal an. Möglichst bei leicht gedimmtem Licht.
Sprich die Rückwärtsversion laut nach.
Wiederhole die Silben rhythmisch, bis sich dein innerer Widerstand lockert.
Die Tiefenresonanz-Technik
Stelle dich barfuß in einen möglichst hallenden Raum (Badewannenrand wäre geeignet).
Flüstere rückwärts: Mho Mho Mho
Spüre, wie sich ein Hauch Absurdität im Zwerchfell sammelt.
Halte inne, sobald du merkst, dass du lächelst. Das ist der Übergang.
Die Topfpflanzen-Rückresonanz
Ob all das nun ernst gemeint ist oder ein genialer Aprilscherz? Wer weiß das schon?
Vielleicht steckt ja gerade im vermeintlich Sinnlosen etwas, das dem Verstand entgeht. In jedem Fall gilt: Wenn du rückwärts lächelst, hast du es richtig gemacht.
Oder wie Prof. Schraffur es formulierte: „Was vorwärts beruhigt, provoziert rückwärts Einsicht.“
In diesem Sinne, silirpa-silirpa

Liebe Jutta,
danke für diesen tiefsinnigen Aprilscherz und die Option, spirtuelle Erkenntnis einmal so ganz anders zu gewinnen. Musste sehr schmunzeln;)
Viele Grüße, Saskia