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Die Kunst der Pause

  • Autorenbild: Jutta Baur
    Jutta Baur
  • 5. Sept. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept. 2024

In jedem Leben gibt es Momente der Stille, die uns daran erinnern, dass wir nicht nur aus unseren Handlungen bestehen, sondern auch aus unseren Gedanken und Gefühlen. Sie sind nicht bloß Lücken im Strom der Ereignisse, sondern essentielle Bestandteile unseres Daseins. Als Atemzüge unserer Seele ermöglichen sie uns, innezuhalten, zu reflektieren und uns wieder mit unserem inneren Selbst zu verbinden.


Pausen sind nicht nur wichtig, sie sind heilig. Sie geben uns die Gelegenheit, in uns hineinzuhorchen und den Klang unseres eigenen Herzens zu vernehmen. In diesen Augenblicken der Stille können wir die wahre Natur unseres Seins erfassen, frei von den Ablenkungen und Anforderungen, die uns sonst umgeben. Wir erkennen, dass unser innerer Frieden und unsere Freude nicht von äußeren Umständen abhängen, sondern aus einer tiefen, inneren Quelle stammen.

Eine Parkbank, die zu einer Pause einlädt

Diese Ressource ist immer da, stets zugänglich, doch oft verschüttet durch unsere eigenen Gedanken und Sorgen. Wenn wir uns erlauben, eine Pause zu machen, beginnen wir, die Schichten von Lärm und Stress abzutragen, die uns von ihr trennen. Wir spüren die Ruhe, die uns durchdringt, und die Klarheit, die sich in unserem Geist ausbreitet. Es ist, als würden wir nach langer Dunkelheit das Licht wiederfinden, das uns den Weg zeigt.

Es gibt keine richtige oder falsche Art, eine Pause zu machen. Jeder Moment der Ruhe, sei es eine tiefe Einatmung, ein Blick in die Natur oder ein stilles Gebet, ist wertvoll. Es geht um die bewusste Entscheidung, den Augenblick zu ehren und ihn zu etwas Besonderem zu machen. In der Ruhe finden wir Antworten, die uns in der Hektik entgehen. Wir entdecken Perspektiven, die uns zuvor verborgen blieben.

Wir dürfen uns daran erinnern, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, eine Pause zu benötigen. Im Gegenteil, es zeugt von großer Weisheit und Stärke, die Bedürfnisse unserer Seele zu erkennen und ihnen nachzukommen. Wir lernen, dass wir nicht ständig stark und unnachgiebig sein müssen. Es ist in Ordnung, sich selbst Mitgefühl und Fürsorge entgegenzubringen. In Pausen erfahren wir Heilung und Erneuerung. Wir schöpfen Kraft für die Herausforderungen, die vor uns liegen.


Immer dann, wenn wir uns in die Stille begeben, begegnen wir auch unseren tiefsten Ängsten und Unsicherheiten. Es ist nicht immer einfach, sich diesen Schatten zu stellen. Doch es ist notwendig für unser Wachstum und unser Wohlbefinden. In der Pause finden wir den Mut, uns selbst in unserer ganzen Verletzlichkeit zu sehen und anzunehmen. Wir erkennen, dass wir nicht perfekt sein müssen, dass unsere Unvollkommenheiten uns menschlich machen und uns die Möglichkeit geben, Mitgefühl und Verständnis für uns selbst und andere zu entwickeln.


Die Bedeutung von Pausen liegt auch darin, dass sie uns helfen, echte Verbindungen zu anderen Menschen zu schaffen. Wenn wir uns erlauben, in uns selbst zu ruhen, können wir auch anderen auf einer tieferen, authentischeren Weise begegnen. Wir hören nicht nur mit unseren Ohren, sondern auch mit unserem Herzen zu. Wir sehen die Welt nicht nur mit unseren Augen, sondern mit unserer Seele. In der Pause lernen wir, die Schönheit und das Wunder des Lebens in all seinen Facetten zu schätzen.


Pausen sind Geschenke, die wir uns selbst machen können. Sie sind Akte der Selbstliebe und der Selbstfürsorge. Sie erinnern uns daran, dass wir aus mehr bestehen als die Aufgaben und Pflichten. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen, und in der Stille finden wir den Raum, diese Wahrheit zu spüren und zu leben.

 

Jeder von uns hat die Fähigkeit, die heilende Kraft der Pause zu erfahren. Es erfordert keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse, nur die Bereitschaft, einen Moment innezuhalten und sich selbst zu erlauben, einfach zu sein. Wenn wir dies tun, öffnen wir uns für die tiefe Weisheit, die in uns allen wohnt. Wir erkennen, dass die Antworten, die wir suchen, bereits in uns sind, dass der Frieden, den wir uns wünschen, in unserem eigenen Herzen liegt.


In diesem Sinne lade ich dich ein, einen Moment innezuhalten, tief einzuatmen und die Stille zu spüren. Fühle die Ruhe, die in dir wächst, und lasse sie dich durchdringen. In der Pause findest du den Weg zu deinem wahren Selbst.



Herzlichst

Jutta

 
 
 

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