Intuition: Der Weg zur Weisheit - Wie man die innere Stimme besser versteht und nutzt
- Jutta Baur

- 8. Juli 2024
- 4 Min. Lesezeit
Intuition ist eine leise Stimme in unserem Inneren, die uns Dinge verrät, die unser Verstand nicht erfassen kann. Sie ist ein Gefühl der Gewissheit, das uns sagt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Selbst wenn wir die Gründe dafür noch nicht begreifen.
Wie spüre ich meine Intuition?
Manchmal ist sie schwer zu erkennen, da sie oft subtil ist und vor allem nicht immer rational erklärt werden kann. Um sie wahrzunehmen, brauchst du Zeit, um in dich selbst zu horchen. Dies bedeutet, dass du dich von den Ablenkungen des Alltags lösen und dich auf dein Inneres konzentrieren musst.
Intuition – der sechste Sinn, das Bauchgefühl – kann sich in verschiedenen Körperempfindungen manifestieren. Manche erzählen, dass sie ein kribbelndes oder prickelndes Gefühl im Bauch oder im Herzbereich spüren, wenn sie eine intuitive Eingebung haben. Andere sagen, dass sie ein Gefühl der Klarheit oder Ruhe im Körper spüren, wenn sie intuitiv handeln. Wieder andere beschreiben es auch als einen „Aha!“-Moment, der von einer plötzlichen Eingebung begleitet wird.
Viel wichtiger ist jedoch zu beachten, dass dieser sechste Sinn mehr als ein körperliches Gefühl erfasst. Manchmal ist er wie eine innere Stimme oder Inspiration – das Wissen, das plötzlich auftaucht, ohne dass du weißt, woher es kommt. Er führt deine Erlebnisse und Erfahrungen zusammen und kann dabei auf dein Unterbewusstsein zurückgreifen. Damit hat er viel mehr Informationen, als dein wacher Verstand. Wenn du in der Vergangenheit in ähnlichen Situationen warst und ein gutes Ergebnis erreicht hast, nutzt deine Intuition dies. Sie ist ein schneller Prozess, die Entscheidungen trifft oder eine Vermutung aufstellt, ohne die Gründe dafür zu kennen. Genau das macht sie so wertvoll: Sie hilft uns, in den Situationen schnell und effektiv zu handeln, in denen wir nicht genug Zeit haben, alle Informationen präzise zu analysieren.
Dennoch…
Achte darauf, dass Intuition und Gefühle bisweilen miteinander verwechselt werden. Das macht es nicht ganz einfach, dein Bauchgefühl von emotionalen Reaktionen zu unterscheiden. Beide sind wichtige Aspekte unserer Entscheidungsfindung und helfen uns, die Welt um uns herum zu verstehen und einzuordnen. Emotionen sind jedoch nicht immer gute Ratgeber.

Es kann sich wie ein "Bauchgefühl" oder ein plötzlicher Einfall anfühlen. Intuition basiert auf Erfahrung und Kenntnissen, die im Unterbewusstsein gespeichert sind, und kann uns helfen, schnell und effektiv zu handeln, insbesondere in Situationen, in denen wir nicht genug Zeit haben, um alle Informationen präzise zu analysieren.
Emotionen hingegen sind körperliche und mentale Reaktionen auf bestimmte Ereignisse oder Gedanken. Mit ihnen erkennen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse. Dadurch können wir unsere Reaktionen auf die Umwelt steuern. Gefühle beeinflussen uns subjektiver als die Intuition. Das hat viele Vorteile. Allerdings verleiten uns Emotionen dazu, unüberlegt oder impulsiv zu handeln.
Eine gute Entscheidungsfindung erfordert daher sowohl die Fähigkeit, auf unsere Intuition zu hören, als auch die Fähigkeit, unsere Emotionen zu verstehen und zu steuern.
Kann ich Intuition lernen?
Ja und Nein. Deine Intuition ist immer da. Du kannst allerdings trainieren, aufmerksamer für ihre Botschaft zu werden.
Ich empfehle dir:
Meditiere. Das ist der Königsweg für jede innere Erkenntnis. Die Ruhe und Achtsamkeit, die du dadurch erfährst, zeigen dir den Weg zu deinem Selbst.
Praktiziere Selbstreflexion: Nimm‘ dir regelmäßig Zeit, um in Ruhe über deine Gedanken und Gefühle nachzudenken. Frag‘ dich, was dein inneres Selbst dir mitteilen möchte.
Lerne, deine Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen. Benenne sie. Wenn du also bei einer Entscheidung denkst „Ich habe Angst“, so hast du es mit deinen Emotionen zu tun – nicht mit deiner Intuition. Mit ein wenig Übung kannst du beide unterscheiden und feststellen, ob es sich um intuitive Gedanken handelt.
Reflektiere deine Vergangenheit. Stelle dir Situationen vor, bei denen du auf deine Intuition gehört hast. Denke auch an solche, in denen du es nicht getan hast. Wie fühlten sich diese Varianten an?
Übe regelmäßig. Je öfter du auf deinen sechsten Sinn achtest, desto deutlicher wirst du ihn wahrnehmen.
Dein Bauchgefühl ist besonders wichtig, wenn du dich unsicher fühlst, vor schwierigen Entscheidungen stehst oder nicht genau weißt, was zu tun ist. Es hilft dir, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dadurch entsteht eine tiefere Verbindung mit dir selbst. Du kannst, dank deiner Intuition erkennen, was dir wirklich wichtig ist und was dich am meisten antreibt. Das gibt dir letztlich die Sicherheit, für dich einzustehen.
Ich möchte dir noch drei praktische Übungen mit auf den Weg geben, die du sofort durchführen kannst. Sie gehören zusammen, müssen aber nicht zwangsläufig nacheinander ausgeführt werden.
Die „Drei Zeiten Übungen“:
Übung 1: Die Vergangenheit
Erinnere dich an eine Zeit in deinem Leben, in der du das Gefühl hattest, deine Intuition hat mit dir gesprochen. Das könnte sich in Form eines Traums, eines Gedankens oder eines Gefühls ausgedrückt haben. Vielleicht hast du es auch als subtiles Wissen in dir erlebt.
Reflektiere folgende Fragen:
Was war die Botschaft, der Rat, den du gespürt hast?
Hast du darauf reagiert oder sie ignoriert?
Was waren die Folgen?
Wie hat sich das auf dein Leben ausgewirkt?
Übung 2: Die Gegenwart
Platziere eine Frage in deinem Herzen, deiner Seele oder wo für dich der Sitz deiner Intuition ist, zu einem Problem, das dich gerade beschäftigt. Bitte um eine Antwort. Diese kann in Form eines Bildes, eines Gedankens oder einer Empfindung kommen.
Überprüfe, ob es in dir einen Widerstand gegen diese Antwort gibt. Vielleicht Angst, Unbehagen, Zorn.
Verbringe einige Zeit damit, diesen Eindruck zu verstehen. Frage dich, was ihn verursacht. Sind es frühere, gefühlsmäßige Erfahrungen, die zu diesen Emotionen führen oder Situationen, an die dich dein heutiges Problem erinnert?
Übung 3: Die Zukunft
Denke über eine dringende Frage nach, die du möglicherweise in der nahen Zukunft haben wirst. Sei es deinen Job, deine Familie oder andere anstehenden Veränderungen betreffend.
Welche Eingebung hast du spontan? Lass‘ sie in dein Inneres einziehen. Das kannst du ganz visuell machen, indem du dich auf die entsprechende Stelle deines Körpers konzentrierst.
Hast du das Gefühl, dass du Schritte unternehmen oder Dinge berücksichtigen musst? Solltest du eventuell mehr über dein Thema erfahren? Wie fühlt es sich für dich die Antwort an, die du erhältst? Bemerkst du Klarheit? Gewissheit? Fehlt dir noch etwas dazu?
Intuition muss nicht immer korrekt sein. Sie ist ein Werkzeug, das dich unterstützt, auf das du dich aber nicht ausschließlich verlassen solltest. Nutze deine Intuition. Überprüfe sie und entscheide immer mit Herz und Verstand.
Herzlichst
Jutta
Wenn du mehr über den Umgang mit deinen Emotionen erfahren möchtest, findest du hier etwas darüber.
Meditieren für Anfänger: Hilfreiche Tipps gibt es in diesem Beitrag.



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