top of page

Neue Wege beginnen im Kopf

  • Autorenbild: Jutta Baur
    Jutta Baur
  • 8. Juli 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept. 2024

Wusstest du, dass unser Gehirn im Alter von 10 Jahren bereits Milliarden von Verknüpfungen hergestellt hat?


ree

Diese brauchen wir, um Laufen zu lernen, zu sprechen, mit dem Fahrrad zu fahren oder Gesichter wiederzuerkennen. Bei unserer Geburt haben wir eine Art Grundausstattung von Verbindungen. Wir kommen also nicht leer auf die Welt.


Allerdings müssen wir lernen, welche dieser Schaltungen wichtig sind und welche unwichtig. Je häufiger Verbindungen benutzt werden, umso schneller funktionieren sie. Ein bisschen wie bei ausgetretenen Wegen auf einer Wiese. Man denkt dann nicht mehr darüber nach, sondern macht einfach. Das ist auch dringend nötig, weil wir sonst gedanklich ständig mit simpelsten Dingen beschäftigt wären. „Ein Bein vor – Gewicht verlagern – das andere Bein nachschwingen – aufsetzen – Gewicht verlagern“. Würden wir auf diese Weise leben, hätte uns schon vor Tausenden von Jahren der Säbelzahntiger erwischt. Oder, wenn er es genauso umständlich gehalten hätte, wären wir alle verhungert.


Das allermeiste an solchen Einstellungen wird schon in früher Kindheit geprägt. Wir sprechen häufig von „Glaubenssätzen“. Ähnlich, wie bei den elementaren Aktionen, automatisieren sie sich, je häufiger sie gedacht, gefühlt und ausgeführt werden. Deine ausgetretenen Wege werden immer breiter.

Du kennst das sicher auch. Viele Vorstellungen hinterfragst du nicht mehr. Sie sind praktisch Gesetz.



Beispiele?

· Ich muss immer der/die Beste sein.

· Wenn ich vor Publikum reden muss, bin ich so aufgeregt, dass ich einen Blackout bekomme.

· Ich habe nichts zu bieten.

· Andere sind viel attraktiver als ich es bin.

· Beziehungen sind nicht vertrauenswürdig.

· Ich kann alles besser.


Die Fähigkeit des Gehirns wesentliche Verknüpfungen zu bilden, zu stärken und auszubauen nennt man „Neuroplastizität“. Das bedeutet, dass Nervenbahnen, Synapsen und deren Verschaltungen nicht starr sind. Sie lassen sich ändern. Allerdings braucht es dazu einiges an Übung. Wenn wir auf das Beispiel mit dem ausgetretenen Pfad auf der Wiese zurückkehren, kann man sich diesen Vorgang sehr gut vor Augen führen. Beschreitet man einen neuen Weg, dann dauert es eine Weile, bis er bequem wird und über dem vorherigen Gras gewachsen ist.


Was hat das jetzt mit dem inneren Kind zu tun?

Eine ganze Menge. Bei vielem, was wir als Erwachsene glauben, wurde das neuronale Fundament in der Kindheit gelegt. Die Verknüpfungen sind zu einer Zeit entstanden, als wir vor allem durch Nachahmung und Beobachtung gelernt haben. Wir kannten nur einen kleinen Teil der Welt. Darum galt das, was wir damals gelernt haben für uns als absolute Wahrheit. Für unser inneres Kind ist es kein Glauben, sondern Wissen.


Da kommen wir nun im Erwachsenenalter ins Spiel. An uns ist es, jene alten Glaubensmuster zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern. Das neuroplastische System unseres Gehirns gibt uns dazu die Möglichkeit. Was uns nicht guttut, was uns behindert, was uns vielleicht sogar unglücklich macht, können wir selbst umgestalten. Wir haben die Macht unser inneres Kind aus seinen unpassenden Vorstellungen herauszuholen und ihm zu zeigen, wie unser Leben jetzt funktioniert.



Das Zauberwort heißt üben, üben, üben!

Vergiss‘ die Wege, die dir nichts nutzen. Finde einfach neue!


Herzlichst

Jutta


 
 
 

Kommentare


bottom of page